Es ist in aller Munde und auch die Medien berichten alle Nase lang davon: Bald ist die Zeit gekommen, in welcher die Jahrgänge, die zu den Baby-Boomern zählen, in die Rente gehen. Das verschärft den bereits vorherrschenden Fachkräftemangel und wer als Chef jetzt noch keine Strategie für dieses Problem hat, ist gut beraten, hier tätig zu werden. Mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze sind derzeit schon nicht besetzt! Ein weiteres volkswirtschaftliches Problem ist das zurückgehende Wachstum, welches durch den Fachkräftemangel noch verschärft wird. Der Logistiksektor liegt hier in den Top 10 der Branchen, die unter fehlendem Arbeitspersonal leidet.

Doch wie kann so eine Strategie aussehen?

Mehr Geld?

Lohnanhebungen funktionieren nur bis zu einem gewissen Grad, um Fachkräfte zu halten. Das Problem, was aus exorbitant steigenden Löhnen entsteht, ist auch eine Preissteigerung für den Endverbraucher und angesichts der derzeitigen Inflation mit großer Vorsicht zu verwenden. Mehr Gehalt sorgt auch nicht dafür, dass die anfallende Arbeit erledigt wird, wenn es zuviel davon für die vorhandene Belegschaft gibt. Viele Betriebe setzen darauf, dass die verbleibendenden Kollegen durch Überstunden die Arbeit bewältigen können und sicherlich ist das eine kurzfristige Lösung. Aber auf die Dauer erhöhen sich die krankheitsbedingten Ausfälle und das gilt es langfristig zu verhindern.

Familienfreundlichkeit?

Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann nur ein Baustein in der Strategie sein. Hier ist ein Umdenken einer der wichtigsten Faktoren. Homeoffice ist bei dieser Vereinbarkeit eine Möglichkeit, ein firmeneigener Kindergarten oder eine Kinderbetreuung ein Weiterer. Gerade in Gewerbegebieten können sich auch kleinere Firmen in dieser Beziehung zusammentun und eine private Kinderbetreuung organisieren. Die Hürden hierfür sollten demnach staatlich minimiert werden. Der Ausbau von Ganztagsschulen und der Hausaufgabenbetreuung ist ebenfalls eine Möglichkeit, um Eltern oder alleinerziehende Elternteile zu unterstützen. Ebenso bedarf es flexibler Arbeitszeiten für Tätigkeiten, die nachgelagert durchgeführt werden können. So könnten die Anteile an Teilzeit-Stellen ein wenig verringert und Vollzeit-Stellen ausgebaut werden.

Umdenken bedeutet auch, dass wir heutzutage sehr viele technische Möglichkeiten besitzen, so dass sogenannte „Männer- oder Frauenberufe“ nicht mehr existieren. Längst gibt es Frauen, die bspw. einen LKW fahren und Männer, die in der Pflege tätig sind. Mit einer Frauenquote von über 45 % beweist die OCS Spedition jeden Tag, wie leistungsfähig Frauen sind und Herr Dennis Braun ist ganz begeistert davon.

Zuwanderung?

Eine der bekanntesten Forderungen der Wirtschaft besteht darin, von der Bundesregierung zu fordern, dass man die Zuwanderung von Fachkräften erleichtern sollte. Dennoch sollten wir das Potential der Migranten, die bereits in Deutschland angekommen sind, nicht unterschätzen. Hier ist es sinnvoll, durch Lernen der deutschen Sprache und der Anerkennung ausländischer Qualifikationen die Hürden für den Arbeitsmarkt zu reduzieren. Dies kann auch in die Firmen integriert ablaufen, wenn jeder; sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter; dafür offen ist. Dieses System wird bereits seit über 50 Jahren praktiziert, nur hatte man zu Beginn leider vergessen, dass die Integration über die Arbeit selbst hinaus funktionieren und die Familie der fremdländischen Kollegen ebenfalls umfassen sollte.

Ausbildung?

Viele der eingewanderten Jugendlichen benötigen und wollen nach der Schule eine Ausbildung beginnen. Und auch hier ist ein wirkungsvoller Hebel, an dem man ansetzen kann, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Ausbildung allgemein nützt den Firmen, um Mitarbeiter, die sich in die Rente verabschieden, zu ersetzen. Natürlich kann man hier keine kurzfristigen Ergebnisse erwarten, aber Nachhaltigkeit erreicht man damit immerhin. Je besser die Ausbildung der Jugendlichen erfolgt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass aus dem Azubi eine zukünftige wertvolle Fachkraft wird, die dem Betrieb erhalten bleibt. Das Wissen der scheidenden Mitarbeiter kann leider nicht in die Köpfe der Jugendlichen transplantiert werden, aber durch Wissensdatenbanken und die Ausbildung bei eben diesen erfahrenen Kollegen kann ein großer Teil der Fähigkeiten für die Firma konserviert werden.

Der Mitarbeiter als Partner?

Nicht zuletzt liegt es an der Führungsetage selbst. Die Zeiten, in denen man als Vorgesetzter die Arbeit, die zu tun ist, vorgibt, sind vorbei. Die Arbeitnehmer wollen selbstbestimmt arbeiten und sich in die Firma einbringen. Daher gilt es, die Rolle einer Führungskraft neu zu definieren und „Führung“ als Dienstleistung zu sehen. Dennoch ist die Arbeitswelt keine Demokratie und Abstimmungen, wie sie Elon Musk bei Twitter durchgeführt hat, werden eher die Ausnahme bilden. Es sollte sich jede Führungskraft bewusst sein, was man selbst wäre, wenn man keine anderen Kollegen hätte, die man anleiten könnte. Dann stünde man alleine vor einem Berg Arbeit, den man nicht bewältigen kann.

Was ist ein Chef ohne Mitarbeiter? Nichts! Die Wertschätzung von Fachkräften wird gemäß einer Studie eher von einem Vorgesetzen gefordert als mehr Gehalt! Vielleicht haben Sie es selbst schon erlebt und sich ein „Gut gemacht“ oder einfach nur ein „Dankeschön“ von Ihrem Chef gewünscht. Der riesengroße Vorteil dabei für jeden Betrieb ist, dass Wertschätzung im ersten Schritt vollkommen kostenlos ist! Denn „Bitte“ und „Danke“; Worte, die zum alltäglichen Gebrauch gehören sollten; lassen sich ganz leicht aussprechen. Auch hier ist „nur“ ein Umdenken erforderlich und vielleicht in einzelnen Fällen ein wenig Übung.

Fazit

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es nicht den einen richtigen Ansatz gibt. Es sollte eine Mischung aus allem sein und wie diese Mischung für die einzelne Firma oder Branche aussieht, ist sehr individuell.

Wir bei der OCS Spedition haben eine für uns passende Mischung gefunden, die jedem Kollegen den Freiraum bietet, in einem gewissen Rahmen selbst Entscheidungen für die Firma zu treffen und damit bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Unser Anspruch an die Ausbildung von Azubis geht oft weit über das erforderliche Maß hinaus und unsere Bilanz gibt uns bislang mit unserem Weg Recht.

Ebenso spiegeln unsere zufriedenen Kunden diese Meinung, wenn wir in ihrem Sinne für eine #reibungsloselogistik sorgen. Wann dürfen wir mit Ihrer Anfrage rechnen?

Anmerkung: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Weitere Artikel aus dem OCS-Blog

Ein Wendepunkt für die Transport­branche

Rennsport im Blut, Logistik im Herzen

Erneute Proteste Polnischer Landwirte an ukrainischen Grenzen